2026
Nicht auf sondern
...wieder im Berg!
10. September 2026
Hagerbach Flums
Übersicht: Themen und Referenten
08:45 Uhr: Energieforum Flumserberg 2026
Intro:
Fabienne Koller
Tagesmoderatorin
Begrüssung:
Niklaus Gantner
Vorsitzender des Vereins
Energieforum Flumserberg
EF-F Weltpremiere Veröffentlichung einer grossräumigen Langzeitstudie und deren Beweis:
Globaler Zuwachs der Infrarotstrahlung verursacht Temperaturanstieg
Prof Dr. em. Atsumu Ohmura Emeritierter Professor am Departement Umweltsystemwissenschaften
Herr Prof. Dr. em. Atsumu Ohmura von der ETH Zürich hat in einer langfristigen Studie (über 20 Jahre) Messungen von Infrarotstrahlung vom Himmel in 22 Stationen von Svalbard bis zur Antarktis systematisch analysiert. An allen Orten wächst die Infrarotstrahlung! Dies ist der endgültige Beweis, dass die Ausstrahlung des Infrarots vom Treibhausgase für die atmosphärischen Energieüberschüsse verantwortlich sind, welche schlussendlich den Temperaturanstieg an der Erdoberfläche verursachen. Mehr über diese Zusammenhänge erfahren wir in einem Kurzvortrag.
Das Netto in Netto-Null:
Die CO2-Entfernung
Dr. Cyril Brunner Dozent am Departement Umweltsystemwissenschaften ETH Zürich
Wieso haben wir eigentlich ein Netto-Null-, und kein Null-Emissionen-Ziel?
Cyril Brunner beleuchtet dieses Thema und spricht über die Möglichkeiten, Opportunitäten aber auch Herausforderungen rund um die CO2-Entfernung, also der Tätigkeit, CO2 wieder aus der Atmosphäre zu holen. Es geht aber auch darum, so viel CO2 wie möglich zu vermeiden und nur unvermeidbare Restemissionen durch sogenannte Negativemissionen zu kompensieren, um den atmosphärischen Anteil langfristig nicht weiter zu erhöhen.
Problematik komplexe Genehmigungsverfahren, Auflagen und Rechtsvorgaben:
Wo steckt das Projekt «Runder Tisch der Wasserkraft»?
Susanne Vincenz-Stauffacher Nationalrätin, Anwältin und Co-Präsidium FDP
Susanne Vinzenz - Stauffacher ist Präsidentin von hydrosuisse (ehem. Schweizerischer Wasserwirtschaftsverband). Der Runde Tisch Wasserkraft hatte 2021 unter Teilnahme aller interessierten Verbänden eine Erklärung mit schlussendlich 15 (von ehemals 33) konkreten Wasserkraft-Projekten verabschiedet. Die Wichtigkeit der Schweizer Wasserkraft wurde damit unterstrichen. Vor dem Hintergrund der Versorgungssicherheit im Winter ist der Ausbau der Wasserkraft wichtiger denn je und auch ein Schritt auf dem Weg zur erfolgreichen Energiewende. Die jahrelange Blockade für neue Wasserkraftwerke sollte darum endlich enden!
Rundumsicht zur KKW Debatte und zur bevorstehenden Blackout Initiative (Vortrag pro):
Was braucht es für eine sichere Stromversorgung
Prof. Dr. Annalisa Manera Professorin ETH Zürich Nukleare Sicherheit & Mehrphasenströmung
Frau Professor Dr. Annalisa Manera studierte in Pisa Kerntechnik. Nach weiteren Tätigkeiten in den Niederlanden, Deutschland und den USA hat sie die Arbeit als ordentliche Professorin für Nuklearsicherheit und Mehrphasenströmungen an der ETH Zürich übernommen und leitet eine Forschungsgruppe am Paul Scherrer Institut (PSI). Sie ist eine leidenschaftliche Befürworterin der neusten Generation Kernenergie. Der aktuelle Strommix der Schweiz sei sehr klimafreundlich – auch dank der Kernkraft. Weiter ist sie eine gefragte Expertin, die den Schweizer Bundesrat und die Öffentlichkeit mit fundierten wissenschaftlichen Argumenten in der komplexen Debatte um die Zukunft der Kernenergie berät und unterstützt. Es gebe nur die Option, entweder mehr CO2- Emissionen zu erzeugen, beispielsweise durch neue Gaskraftwerke, oder die Option der Kernenergie. Die erneuerbaren Energien könnten nie den ganzen Bedarf an Strom abdecken, ist Manera überzeugt. «Es ist heuchlerisch, die alten AKW weiter zu betreiben, aber neue zu verbieten.» Die neuen Generationen von KKW, seien sicher und umweltschonender.
Rundumsicht zur KKW Debatte und zur bevorstehenden Blackout Initiative (Vortrag contra):
Das Energie - Paradies Schweiz ohne KKW?
Prof. em. Dr. Anton Gunzinger Gründer und VRP Supercomputing Systems AG
ETH-Professor und Unternehmer Anton Gunzinger beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Energiewende. In seinem Buch «Kraftwerk Schweiz» entwirft er das Bild einer Schweiz, die sich über Generationen hinweg autonom mit «einheimischer» elektrischer Energie aus Sonne, Wind und Wasser versorgen kann, ohne den Wohlstand zu gefährden. Dies ist zugleich die kostengünstigste Lösung und jene mit den geringsten CO₂-Emissionen. Zudem macht sie die Schweiz unabhängig vom internationalen Energiemarkt und damit weniger anfällig für internationale Konflikte. Dieses Lösungsszenario ist nur wenigen Ländern vorbehalten; die Schweiz profitiert dabei besonders von den von unseren Vorfahren errichteten Speicherseen. Gunzinger missfällt, wie die westlichen Länder – darunter auch die Schweiz – den Rohstoff Öl rücksichtslos verschwenden, ohne die übrige Weltbevölkerung und zukünftige Generationen zu berücksichtigen. Er möchte, dass unsere Nachfahren dereinst nicht dafür büssen müssen, dass wir das Kapital der Erde verschleudert haben, sondern dass noch viele Generationen vom Ertrag der Erde in Wohlstand leben können. Prof. Dr. Anton Gunzinger wurde mit verschiedensten Auszeichnungen geehrt und vom TIME Magazin1993 zu den 100 Top-Leadern des 21. Jahrhunderts erkoren.
Podiumsdiskussion mit Publikumsbeteiligung «Slido»
Teilnehmer:
Referenten vom Morgen
Moderation:
Geni Merz
Lokation - ein spannender Campus im Berg:
(Situationsplan der Labors im Berg)
Das 60% Potenzial:
Mit Marketing die breite Masse für grünen Konsum begeistern
Prof. Dr. Johanna Gollnhofer; assoziierte Professorin Universität St.Gallen
Johanna Gollnhofer untersucht, wie Marketing dazu beitragen kann, nachhaltigen Konsum in der breiten Masse zu fördern. Sie konzentriert sich auf eine Zielgruppe, die etwa 60% der Bevölkerung ausmacht:
«Konsument/innen, die Nachhaltigkeit zwar als wichtig erachten, aber oft zögern, nachhaltige Produkte zu kaufen, da sie diese mit höheren Kosten und Verzicht verbinden». Sie erklärt uns, wie sich die 60% von
den Öko - Fans unterscheiden und wie sich Unternehmen und start up raus aus der Öko – Falle schaffen.
Für ihr gleich betiteltes Buch wie der Vortrag am Energieforum Flumserberg erhielt Johanna Gollnhofer zusammen mit Co Autor Jan Pechmann den International Book Award 2025 in der Kategorie Business Impact
Chancen und Perspektiven mit Windkraft am Flumserberg:
Bald mit Windenergie durch den Winter?
Cedric Aubert Projektleiter Windenergie – AXPO Gruppe AG
Ein Windpark auf dem Flumserberg soll ein Projekt der Region für die Region sein. Es entspricht dem Ansatz der Axpo, dass solche Projekte nicht nur ökologischen, sondern auch finanziellen Nutzen für die lokale Bevölkerung bringen. Die Lokalen sollen sich an einer Projektgesellschaft beteiligen können, die ihren Sitz in den Standortgemeinden hat. Besonders vorteilhaft der Windenergie ist, dass 2/3 der Stromproduktion im Winter anfallen, genau dann, wenn einheimischer Strom am dringendsten benötigt wird. So könnten die Windkraftanlagen nicht nur zur Stabilisierung der lokalen Energieversorgung und Reduzierung des CO₂-Ausstosses beitragen, sondern auch direkte wirtschaftliche Vorteile für die Region schaffen..
Ein saisonales Marktmodelle für Winterstrom und Versorgungssicherheit:
Architektonische Gebäudeaufwertung mit PV - Fassaden, Swiss Made
Dr. Patrick Hofer-Noser CEO / Inhaber · 3S Swiss Solar Solutions AG
Patrick Hofer-Noser ist schon seit über 30Jahren in der Solarbranche tätig und setzte sich mit der Politik, mit Innovation und mit dem Produktionsstandort Schweiz auseinander.
Seit der Gründung seiner Firma 3S ist der Solarstrom Anteil im Strommix von unter 0.03% auf heute über 14% angestiegen. Das sind rund 466x mehr. Das da bestehende Marktmodelle nicht mehr funktionieren ist einleuchtend. Aber die Chancen für die Wirtschaft sind gross, denn das Energiesystem wird sich komplett wandeln und muss klimabedingt nachhaltig aufgebaut werden.
Wir haben in der Schweiz sowohl das technische Know-How dazu als auch die nötigen Finanzen. Was der Schweiz fehlt ist der Mut die Chance im Wandel zu sehen und so die Transformation aktiv zu gestalten und umzusetzen. Das Energiesystem der Zukunft ist intelligent, vernetzt, erneuerbar und betrachtet sowohl Wärme wie auch Strom. Er wird in seinem Vortrag auch auf die Geschichte der Photovoltaik im Schweizer Strommix eingehen und auf parallelen und Unterschiede zwischen den frühen 2000er Jahren und heute eingehen. Lernen wir aus der Geschichte oder Wiederholen wir sie?
Das intelligente Stromnetz mit virtuellen Kraftwerken der Zukunft:
Grid 2050 - Entwicklung und Test vor unserer Haustüre!
Prof. Dr. Lukas Ortmann Projektleiter und Dozent Fachhochschule Ost
In Walenstadt entsteht das Smart Grid von morgen: Ein voll automatisiertes Energiesystem, das auf erneuerbaren Energien basiert und viele kleine, flexible Geräte wie Photovoltaik-Anlagen, private Batterien und Wärmepumpen in einem intelligenten Netz verbindet. Im Projekt des NCCR Automation arbeitet das ICOM eng mit der ETH und dem Wasser- und Elektrizitätswerk Walenstadt zusammen. Beteiligt sind auch rund 20 private Haushalte, bei welchen die einzelnen flexiblen Geräte besser aufeinander abgestimmt und geregelt werden. Mit einer algorithmischen Steuerung können Leistungen berechnet und den Anlagen entsprechend kommuniziert werden, ob sie ins Netz einspeisen, speichern oder vom Netz beziehen sollen. Mit einer solchen Steuerung kann die
Netzstabilität aufrechterhalten und Netzengpässe vermieden werden. Ausserdem können flexible Geräte
(E-Autos, Wärmepumpen, Batterien) ihren Stromverbrauch an dynamische Strompreise und somit indirekt die Stromproduktion anpassen. Noch stellen sich viele Fragen zu Smart Grids - technischer Natur, aber auch betreffend Cyber Security oder der Wirtschaftlichkeit. Diesen Fragen geht das Grid 2050 Projekt auf den Grund.
Die Baubrache unter Druck betreffend Treibhausgasemissionen:
CO2 arme und nachhaltige Produktion von Gebäudeisolation
Damian Gort Geschäftsführer Flumroc AG
Um die Umwelteinwirkung von Baumaterialien gesamtheitlich zu betrachten, werden in der Schweiz die Treibhausgasemissionen (CO2-Ausstoss), die graue Energie und die Umweltbelastungspunkte
herangezogen. Flumroc hat deshalb und aus Gründen der Nachhaltigkeit seine Produktion grundlegend erneuert, indem sie die alten Kohle betriebenen Kupolöfen durch einen weltweit einzigartigen, hochmodernen Elektro-
schmelzofen ersetzt haben, der mit 100 % erneuerbarem Strom aus Schweizer Wasserkraft betrieben wird. Dies senkte den CO2-Ausstoss beim Schmelzprozess um 80 % und steigerte die Energieeffizienz markant.
Diese technologische Umstellung verbesserte die Ökobilanz der Flumroc - Steinwolle massiv und schafft höhere Kapazitäten für den geschlossenen Recyclingkreislauf.
Bei Heizung - Systemwechsel auf Wärmepumpen:
Achtung: Der Teufel steckt im Detail!
Giuseppe Perrino Inhaber und GF Hubacher Engineering GmbH
Wärmepumpen sind im Trend: Immer mehr Neubauten und auch Sanierungen werden mit dieser umweltfreundlichen Technologie ausgerüstet. Eine Wärmepumpe nutzt die Energie aus Luft, Erdreich,
Grund- oder Seewasser und wandelt diese mit Hilfe von Strom in nutzbare Wärme um.
Manchmal bereiten leider die Anlagen ihren Besitzern aber Probleme. Nicht fachgerecht ausgeführte Erdwärmesonden, schlechte Dimensionierung, mangelhafte Installationen oder falsche Einstellungen der Regeltechnik und Steuerungsfehler verhindern den optimalen Betrieb der Wärmepumpe. Resultate sind ungenügende Heizleistung und ein zu hoher Stromverbrauch bzw. eine zu hohe Stromrechnung.
Eine Vision wird in Buchs Wirklichkeit:
«Aus Kehricht wird Wasserstoff»
Urs Brunner CEO VFA/KVA Buchs
Die Kehrichtverbrennungsanlage in Buchs/SG wird neu ein effizienter Produzent von grünem Wasserstoff. Sie tun dies indem sie überschüssigen, selbst erzeugten Strom nutzen, um mittels Elektrolyse Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten. Somit können sie ihre Stromüberschüsse in ein speicherbares, transportables Gas umwandelt und so zur Netzstabilisierung beitragen sowie CO2-Emissionen reduzieren.
Dieser Strom fällt an, wenn die Produktion die Nachfrage übersteigt und am Markt keinen Wert hat. Statt ungenutzt zu bleiben, wird daraus ein regional einsetzbarer Energieträger gewonnen. Dieser grüne Wasserstoff dient als klimaneutraler Kraftstoff für regionale Anwendungen wie Abfall- und Baufahrzeuge sowie für das nationale Wasserstoff - Mobilitätsnetz.
Übrigens: Auch die Walenseeschifffahrt plant, das neu konzipierte H2-Shuttle mit einem nachhaltigen Wasserstoff-Elektroantrieb auszustatten. Ein Holzmodell des Katamaran-Shuttles im Massstab 1:10 ist beim Eingang des Energieforums Flumserberg 2026 ausgestellt – ein inspirierender Vorgeschmack darauf, was möglich wird.
Podiumsdiskussion mit Publikumsbeteiligung «Slido»
Moderation:
Joel Schmid
...anschliessend:
Netzwerkapero mit kleinen Überraschungen!
Wir danken unseren Referenten und Sponsoren ganz herzlich für ihr geschätztes Engagement!




















